Wie finde ich die Felszeichnungen (Petroglyphen) von Carschenna?
Ihre Lage:
Die Felszeichnungen liegen nordöstlich des Crap Carschenna auf ca. 1080 - 1110 m auf einer markanten, durch Gletscher abgeschliffenen Felskante.
Ihre Koordinaten sind:
754.910 / 173.475 bis 754.575 / 173.420
Mit dem Zug bis Bahnhof Thusis
Vom Bahnhof Thusis ist der "Crap Carschenna" auf einem ausgeschilderten Wanderweg in anderthalb Stunden zu erreichen.
Der Rundwanderweg führt Sie wieder zurück nach Sils i.D.
Ein Fussweg über die ViaSpluga (signalisiert) führt an Hohen Rätien vorbei bis unter Pt. 974.
Bleiben Sie auf dem Fahrweg bis zur Abzweigung nach links zum Crap Carschenna. Folgen Sie der bewaldeten Krete bis zum Hochspannungsmasten. Am besten finden Sie den grossen Felsen, wenn Sie unter der Hochspannungsleitung bleibend die Böschung hinunter steigen.
Mit dem Auto:
A13 Ausfahrt 22
Rtg. Tiefencastel/St. Moritz,
nach dem Tunnel links abbiegen Rtg. Sils.
ca. 50m nach der Ausfahrt links Auto bei Infotafel parkieren.
(Infotafel beachten)
Mit einer speziellen Fahrbewilligung (Gemeinde Sils oder Restaurant Campell, Sils) kommt man mit dem Auto bis auf wenige Hundert Meter an die Zone heran.
Besuchen Sie Carschenna mit dem nötigen Respekt und betreten Sie die Felsplatten nicht mit Schuhen.
Felszeichnungen von Carschenna
(1. Teil)
Ein geheimnisvoller Ort
Das grösste Geheimnis der Gegend um die Viamala-Schlucht sind zweifellos die Felszeichnungen (Petroglyphen) von Carschenna, wo 11 Felsplatten über und über mit Zeichnungen bedeckt sind.
Trotz kleinem Ausmass gehört diese Fundstelle zu den wichtigsten ihrer Art in der Schweiz.
Die Figuren, Symbole, Zeichen und Linien, die Schalen, Kreise und Spiralen lassen sich weder datieren noch deuten.
Über die Technik ihrer Herstellung wird ebenso gerätselt wie über deren Bedeutung oder Aufgabe.
Ein Besuch von Carschenna ähnelt der Begegnung mit einem uralten, längst verstorbenen Volk, dessen Bildsprache wir zwar sehen und ertasten können, deren Sinn wir aber höchstens zu erahnen vermögen und deren Welt uns für immer verborgen bleiben wird.
Alter und Verbreitung ...
Alter: Das Felszeichen kommen in Europa seit der Jungsteinzeit (5000 - 2800) evtl. der mittleren Steinzeit (9000 - 5000) vor.
Die Felszeichnungen von Carschenna werden von Fachleuten vorsichtig auf ca. 1800 v. Chr datiert, also in die frühe bis mittlere Bronzezeit. Diese Datierung beruht aber auf Analogien, es gibt keine Anhaltspunkte oder Methoden welche eine eindeutigere Aussage zuliessen.
Ihre Bedeutung
Die Felszeichnungen von Carschenna sind die bedeutsamsten der Schweiz. Weitere Fundstellen im Alpenraum sind Val Camonica (Norditalien) und Monte Bégo (Meeresalpen), aber auch andernorts im Kanton Graubünden.
In nächster Nähe von Carschenna sind noch weitere, weniger spektakuläre Fundorte bekannt, so z.B. am Crapteig oberhalb von Thusis.
eine Bronzezeitliche Siedlung
In den Jahren nach der Entdeckung der Felszeichen von Carschenna untersuchte der Archäologische Dienst des Kantons Graubünden (ADG) die nähere Umgebung der Fundstelle. Dabei stiess man auf Überreste einer Bronzezeitlichen Siedlung, welche mit einiger Sicherheit in Verbindung zu den Felszeichnungen gesetzt wird.
Auch auf Hohen Rätien konnten bei Grabungen der Universität Zürich im Jahre 1997 bronze- und eisenzeitliche Sieldungen nachgewiesen werden. Eine Verbindung zum nahe gelegenen Carschenna ist nicht auszuschliessen.
Schauen Sie ein kurzes Video an.
(Auszug aus dem ViaSpluga-Film, HD-Production Switzerland, Postfach 102, CH-Walenstadt)
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