Panorama der Burganlage Hohen Rätien Panorama der Burganlage Hohen Rätien Panorama der Burganlage Hohen Rätien Panorama der Burganlage Hohen Rätien

 

Soll diese kulturhistorische Perle erhalten bleiben oder für immer zugeschüttet werden?

Eine Expertengruppe aus Denkmalpflegern, Archäologen, Architekten und Bauingenieuren hat ein Vorprojekt ausgearbeitet, welches die wertvollen Funde optimal sichern und der Öffentlichkeit zugänglich halten wird.
Darüber ist eine Kontroverse zwischen der Regierung des Kantons Graubünden und der privaten Besitzerfamilie entbrannt, ist doch die Kantonsregierung aus verschiedenen Gründen auf diese Studie nicht eingetreten und hofft mit einer Billigvariante das Problem lösen zu können.

Sendung 10vor10 des Schweizer Fernsehens vom 25.10.2007


Schlagzeile in der Südostschweiz vim 14. Dezember 2009

Hauptartikel in der Südostschweiz vim 14. Dezember 2009



Der Grabungsplan (vergrössern durch anklicken) zeigt die verschiedenen Bauphasen einer Reihe von Sakralbauten, welche im Laufe der Jahrhunderte über einander errichtet wurden.
In spätrömischer Zeit wurde ein erster (Tempel?)Bau errichtet (Phase hellblau). Diesem ersten Bau wurde an der Ostseite ein tiefer liegendes längliches Gebäude angehängt, dessen Funktion sich nicht erschliessen lassen (Phase gelb).
Der Erweiterungsbau auf der Nordseite aus dem 5./6. Jh. ist das erste Gebäude, das eindeutig christliche Charakteristik aufweist (Phase rot). Das erhalten gebliebene Taufbecken definiert dieses Gebäude als ein an die alte Hauptkirche angehängter Taufraum (Bapisterium).
In der Mitte des 13. Jh., offenbar einer Zeit verstärkter Prosperität und möglicherweise zeitgleich mit der Aufstockung des Hoch Rialt, wurde die Kirche erweitert. (Phase hellbraun)
In dieser Bauphase wurde auch der ursprünglich allein stehende Glockenturm (Campanile) errichtet (Phase dunkelrot). Der Campanile wurde in einer letzten Bauphase um 1400 in die Nordwand der heutigen Kirche integriert. (Phase braun)



Spuren der ersten Christen

Aufsehen erregende archäologische Funde

Text: Sebastian Gairhos, ADG.

"Seit dem Sommer 2001 fanden jährlich umfangreiche Ausgrabungen durch den Archäologischen Dienst Graubünden ... statt. Dabei konnte nordöstlich der bestehenden Kirche ein Baukomplex spätantik/frühmittelalterlicher Sakralbauten aufgedeckt werden. Der älteste Baukörper besteht aus einer langrechteckigen Saalkirche, die vermutlich bereits im späten 5./frühen 6. Jahrhundert errichtet wurde. Nördlich davon wurde wenig später ein kleines rechteckiges Gebäude angefügt, das im Osten mit einer ausgemauerten Apsis ausgestattet ist.
Als Verbindung zum Kirchensaal wurde in dessen Nordmauer eine 2 m breite Türöffnung gebrochen und eine grosszügige Stufenanlage zur Überwindung des Höhenunterschieds von mehr als einem Meter errichtet..."



Grosses Interesse findet ein schön erhaltenes oktagonales (achteckiges) Taufbecken, das der Erwachsenentaufe gedient hat.


Während mehr als 900 Jahren

"Die stellenweise über 2 m hoch erhaltenen Mauern des Anbaus weisen noch grossflächige Reste des originalen Innenverputzes auf und ergeben damit einen der seltenen Raumeindrücke eines frühmittelalterlichen Sakralbaus. Im Zentrum des noch zu über zwei Dritteln fast unversehrten Mörtelbodens befindet sich eine vertiefte, achteckige Piscina, ein Taufbecken, welches der bis zum 8. Jahrhundert üblichen Ganzkörpertaufe für Erwachsene (Immersionstaufe) diente. Somit kann dieser Anbau als Baptisterium (Taufkapelle) angesprochen werden.
Die Saalkirche diente über 900 Jahre lang für den Gottesdienst und wurde in dieser Zeit mehrfach umgebaut, bevor sie der jetzt noch bestehenden spätmittelalterlichen Kirche weichen musste. Das Baptisterium jedoch blieb mitsamt seiner Ausstattung in der ursprünglichen Form erhalten.
Die Ergebnisse der bisherigen Ausgrabungen bedeuten für die Geschichte des 5. bis 8. Jahrhunderts der Burg Hohenrätien, wie auch des Kantons Graubünden schon jetzt eine wissenschaftliche Sensation. Vergleichbare Taufanlagen sind in der näheren Umgebung lediglich aus dem Kloster Disentis und aus Schaan FL bekannt, der ausserordentlich gute Erhaltungszustand der spätantiken Bauten auf Hohenrätien ist in der Schweiz allerdings bisher einzigartig"
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