Ein Gewölbekeller


Auf den Grundmauern eines vermutlich aus dem Mittelalter stammenden Gebäudes wurde um 1860 ein Restaurant errichtet. Diese Burgbeiz blieb bis zum 1. Weltkrieg in Betrieb, musste aber während der Kriegsjahre wegen militärischer Beschlagnahmung (Requirierung) geschlossen werden. Nach dem Krieg war das Gebäude in so schlechtem Zustand, dass der Restaurantbetrieb nicht mehr aufgenommen werden konnte.


Burgrestaurant, Postkarte von 1903 (vergrössern)


Zu Beginn der Restaurierungsarbeiten auf Hohenrätien im Jahre 1973 war der Erhalt der Überreste des gewölbten Kellers dieses Restaurants von grösster Dringlichkeit.
Dank dem rechtzeitigem Eingreifen konnte das Kellergewölbe erhalten werden. Die bereits eingestürzten Teile wurden 1973-74 sorgfältig rekonstruiert und der Bau in seiner Grundstruktur wieder hergerichtet.


Gesicherter Gewölbekeller, ehemals Burgrestaurant



Ökonomiegebäude und
Gewölbekeller

Die innere Burg

Die grossflächige Burganlage von Hohen Rätien gliedert sich grob in Hauptteile:
    a) die innere Burg rund um den Hoch Rialt,
    b) die äussere Burg mit der Kirche, dem Pfaffen- und dem Wehrturm, und
    c) dem unbefestigten Aussenbereich im Westen.

Eine wehrhafte Anlage...

Die innere Burg ist von den übrigen Bereichen (b,c) deutlich abgetrennt durch die ehemalige Beringsmauer im Westen und durch relativ mächtige Zwingermauern gegen Süden und Osten, welche jedoch nur noch als Grundmauern erkennbar sind.
Wir gehen davon aus, dass diese Mauern den Bereich rund um den Hoch Rialt wie eine "Burg in der Burg" wehrhaft umschlossen.
Die ursprüngliche Höhe der Mauern ist ebenso wenig bekannt wie die Art und Ausgestaltung eines Eingangs(-Tores?) zum inneren Bereich.

...wo gewohnt und gelebt wurde.

Noch heute sind zahlreiche Mauerteile zu erkennen (s. Fotos unten), Überreste von ehemaligen Ökonomiegebäuden (Stallungen, Lagerräumen etc.) des Hoch Rialt, die belegen, dass die innere Burg dicht überbaut war und vielfältig genutzt wurde.
Auf dem ebenen Vorplatz vor dem Eingang zum Hoch Rialt sind bei trockener Witterung die Grundrisse weiterer Gebäude im Gras zu erkennen.

Verlust an Bausubstanz

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Wie rasch der Zerfall der wertvollen historischen Bausubstanz fortschritt, ist anhand der beiden Fotos (oben 1934, unten 1968) zu erkennen.
Wo 1934 noch 4-5 Meter hohe Mauern standen und Fensteröffnungen zu erkennen waren, blieben 1968 nur noch wenig mehr als Grundmauern und Schutt zurück. Diese wurden in der ersten Restaurierungsetappe 1972-73 gesichert.


Die beiden Aufnahmen lassen sich durch Anklicken vergrössern


Anton Moser (s. Quellenverzeichnis) glaubte noch 1920 an der Stelle, wo heute der Brünnen plätschert, ein weiteres Gebäude (11m x 6m) erkannt zu haben, welches den inneren Hof nach Norden abschloss und sich mit seiner östlichen Schmalseite an den heute noch bestehenden Gewölbekeller anlehnte.

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