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Geschichte der Besitzverhältnisse

Vom Bischof...

Das Baptisterium, das bei Ausgrabungen des archäologischen Dienstes (1999-2006) zum Vorschein kam und das zusammen mit der Urkirche (Parochia de Rialt) eine ca. 1000 Jahre anhaltende Tradition des Christentums auf Hohen Rätien von der Spätantike bis zur Auflassung (1505) begründete, lässt vermuten, dass die ganze Burganlage schon in dieser frühen Zeit in den Besitz des Bistums Chur kam.

...an das Kloster Cazis. Erst am 1. Juni 1359 kam durch einen Abtausch mit bischöflichen Gütern im Vintschgau - einem Handel zwischen Bischof Peter Gelyto (der Böhme) und der Äbtissin Guta - die Kirche auf dem Johannisstein mit allen Besitztümern und Rechten in die Hände des Klosters Cazis. Klöstervögte waren in dieser Zeit die Herren von Schauenstein. In der Folge der sogen. Rhäzünserfehde 1396 gelangte Hohen Rätien möglicherweise in den Einflussbereich der Freiherren von Rhäzüns.

...an die Grafen.

Spätestens 1458 beim Aussterben der Freiherren von Rhäzüns kamen deren Besitzungen im Domleschg durch Erbgang an die Grafen von Werdenberg-Sargans.

..an die Familie Jecklin.

Ca. 1480 (vemutlich 1472 beim Verkauf seiner Rechte im Inneren Domleschg) kam die Burganlage aus der Hand des konkursiten Grafen Jörg von Werdenberg (1425-1504), in den Besitz des Conradin Jecklin aus Rodels, Vogt auf Burg Riom. Die Anlage vererbte sich innerhalb der Familie von Jecklin in der alten Rechtsform eines Fideikomiss.
Heutige Besitzerin und Eigentümerin ist die Familienstiftung Jecklin von Hohen Rätien.

Unter Schutzstellung

Seit 1973 unterstehen die ganze Burganlage und der Burghügel dem Schutze der Eidgenossenschaft und des Kantons Graubünden.

Teil des UNESCO-Weltkulturerbes

Seit 2008 ist die Burganlage Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Albula-Bernina-Bahn.

Aus dem Bewerbungstext im Dossier "Rhätische Bahn in der Kulturlandschaft Albula/Bernina", S. 139

"... So präsentierte sich ein Sakralbau aus der Frühphase der Christianisierung Rätiens (5. Jahrhundert), der kürzlich innerhalb der Burganlage "Hohenraetien" ob Sils i.D. ausgegraben wurde, als einfacher rechteckiger Saal; das im 5./6. Jahrhundert angebaute Baptisterium, ein Saalbau mit hintermauerter Apsis und octagonalem Taufbecken, gehört zu den frühesten seiner Art und verweist auf Verbindungen zum oberitaliensichen Raum."


Restaurierung und Unterhalt

Seit 1971 bemüht sich der jetzige Vertreter der Familienstiftung, Ruedi Jecklin, um den Erhalt des wertvollen Kulturgutes. Unterstützt wird er durch einen 1973 gegründeten Förderverein (ursprünglich "Arbeitsgruppe Hohen Rätien") sowie zahlreichen Freiwilligen Mithelferinnen und Mithelfern.